Zur Geschichte von Rosenthal
Der Name Rosenthal war schon vor der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1204 existent. Ein Adeliger Wilhelm von Rosenthal hatte vermutlich auf der Grundfläche des jetzigen Rittergutes seinen Wohnsitz auf einer Burg. Der Besitz und die umliegenden Güter waren ein Lehen des Grafen Bernhard II von Wölpe an Wilhelm.
Im Jahre 1223 verkaufte die Witwe Bernhards Gräfin Kunigunde von Wölpe die Burg Rosenthal und die Güter des wüsten Dorfes Eilstringe, das sich westlich vom Ort befand, dem Hildesheimer Bischof Konrad für 50 Mark Silber. Zu der Zeit gab es zwischen dem Bistum und den Gefolgsleuten des Kaisers Differenzen, so dass der Bischof als Gegenpol zur Burg und Stadt Peine ebenso eine Stadt nahe der Burg Rosenthal erbauen ließ. Gunzelin von Wolfenbüttel gründete vermutlich wenige Jahre vorher bereits die Burg und Stadt Peine. Bischof Konrad investierte insgesamt 8000 Pfund Hildesheimer Pfennige in den Ausbau von Rosenthal.
Das Alte Dorf Rosenthal befand sich vermutlich nördlich der Burg. Bischof Konrad verkaufte es 1244 dem Zisterzienserinnenkloster Wienhausen für 135 Pfund Silber Hildesheimer Währung, nachdem er die Rechte von Wilhelm von Rosenthal erworben hatte. Die Bewohner des Alten Dorfes und von Eilstringe siedelten zur Stadt über, weil sie hinter den Wällen und Gräben mehr Schutz und rechtliche Sicherheit genossen.
Als Gunzelin 1255 starb, übertrug Herzog Albrecht der Lange von Braunschweig die Rechte der Grafschaft Peine an das Bistum Hildesheim. Die Burg und Stadt Rosenthal verlor seine Bedeutung als Vorposten des Bistums und somit auch sein Stadtstatus. Ein Jahr später wurde die Burg Rosenthal von Albrecht zerstört, während die Peiner Burg dem Bistum erhalten blieb.